Der Schützenplatz der Schützengesellschaft Berge von 1894 e. V.


Der neue Schützenplatz zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins

Entstehung des Schützenplatzes "Unter den Wassertürmen" in Berge

Die Entstehungsgeschichte des Schützenplatzes unter den Wassertürmen verlangt zunächst einen kleinen Rückblick in die Geschichte des Vereines, der im Jahre 1894 gegründet wurde. Eine feste Unterkunft bzw. ein Festgelände stand zu dieser Zeit nicht zur Debatte, es ist zumindest nicht überliefert. Die jährlichen Schützenfeste feierte man bei den ansässigen Festwirten Nattkemper, Fischer und Sütau/Drees. Die Zusammenkünfte wie Versammlungen etc. hielt man auch bei diesen Wirten ab. Als Schießplatz diente ein Gelände an der Bundesbahnstrecke Hamm-Soest, genannt Blüggels Wiese. Da dieses Gelände aber sehr feucht war und bei Regenwetter regelmäßig unter Wasser stand, überlegten die Vereinsverantwortlichen Ende der 50er Jahre, auf ein anderes Gelände auszuweichen und nahm daher das Angebot des Bauern Fritz Weyer dankbar an, auf seinem Hof hinter der Scheune das Vogelschießen zu veranstalten. Hierzu wurde unter erheblichen Aufwand die Vogelstange aus "Blüggels Kamp" ab- und auf dem Hof Weyer wieder aufgebaut. Hie wurde dann ab dem Jahr 1963 das Vogelschießen durchgeführt, gefeiert wurde weiter im Wechsel im Lokal "Zum Deutschen Eck" und "Nattkemper". Aber bereits im Jahre 1966 gab es wohl das erste Mal Schwierigkeiten mit der Festvergabe. Es wurde nicht mehr bei einem der angestammten Festwirte, sondern auf einer Wiese gegenüber dem heutigen Feuerwehrgerätehaus Berge in einem Festzelt gefeiert. In den Jahren danach bis zum Jubelfest 1969 wurde dann wieder bei den Wirten Weber und Nattkemper gefeiert, bis im Jahre 1979 wohl eine Einigung mit den Wirten nicht mehr zustande kam und der damalige Vorstand ein Festgelände suchte. Im Hintergrund "Die erste Laube der Avantgarde" auf dem Schützenplatz an der OstdorfstraßeEr fand dies mit einem Gelände des Bauern Teimann an der Ostdorfstraße. Dieses Gelände wurde angepachtet und vom Jahre 1970 an wurden hier die Schützenfeste gefeiert. Auch wurde hier im gleichen Jahr das erste feste Domizil der Schützengesellschaft errichtet, die Avantgarde stellte eine Laube in Form einer Bauhütte auf, Anschaffungspreis 990,00 DM und erhielt von Herrn Teimann die Erlaubnis, diese stehenlassen zu dürfen, was zu dieser Zeit nicht selbstverständlich war. Mehrfach umgebaut, diente diese Laube dem Verein bei den Veranstaltungen auf dem Festplatz als Unterkunft. Da der Verein aber in seiner Mitgliederzahl erheblich anwuchs, wurde dieses Provisorium auf Dauer zu klein. Weiterhin konnte mit dem Verpächter Teimann eine Pachtzeit über 6 Jahre hinaus nicht vereinbart werden, so dass auch diese Tatsache weitere Investitionen auf Dauer auf diesem Gelände unmöglich machten.

Das erste Schützenfest auf dem Schützenplatz an der OstdorfstraßeSo versuchten bereits im Jahre 1977 die Vereinsverantwortlichen, ein anderes Gelände "auf Dauer" für den Schützenverein zu bekommen. So ist im Protokoll der Vereinsversammlung am 21.05.1977 vermerkt, dass das Bemühen der Schützengesellschaft um einen anderen Schützenplatz mit dem Bemühen der Kyffhäuser-Kameradschaft um eine Mehrzweckhalle in Einklang gebracht werden sollte. In der Generalversammlung vom 14.01.1978 wurde die Beitragserhöhung von DM 12 auf DM 15 damit begründet, dass man das Geld für den Ausbau des neuen Schützenplatzes, der von der Stadt zur Verfügung gestellt werden soll, benötige. Alle diese Bemühungen endeten aber in einem Schreiben der Stadt Hamm vom 26.01.1979, in dem mitgeteilt wurde, dass das in Aussicht gestellte Gelände(heutiges Feuerwehrgerätehaus am Sophienpfad) mit dem dort gültigen Bebauungsplan nicht in Einklang zu bringen sei und daher nicht zur Verfügung gestellt werden kann. Der Verein wurde auf den Ausbau der Trasse der VWW vertröstet, da dort evtl. Grundstücke für die Nutzung als Schützenplatz anfallen könnte. Dies war zunächst das Aus für die Bemühungen um einen eigenen Schützenplatz.

Da der Wunsch nach einer festen Bleibe aus den Reihen des Vereins immer stärker wurde, suchten die Verantwortlichen weiter nach Möglichkeiten innerhalb der Ortschaft Berge, einen geeigneten Raum für ein Vereinsheim mit Schießstand zu errichten. Der Saal der Gaststätte Nattkemper schien geeignet, ein Bauantrag wurde nach Rücksprache mit den Eigentümern gestellt und im Jahr 1983 auch positiv beschieden. Das Ganze scheiterte jedoch an den Pachtverhandlungen, da auch dort eine längere Pachtdauer nicht möglich war und sich größere Investitionen daher nicht lohnten. In Anbetracht dieser Lage wurde am 07.01.1984 ein neuerlicher Antrag an die Stadt Hamm gestellt, der Schützengesellschaft ein geeignetes Gelände für einen Schützenplatz zur Verfügung zu stellen. Auch dieser Antrag wurde wiederum abgelehnt und dem Verein geraten, für das Gelände Teimann entsprechende Schritte zu unternehmen. So wurde für dieses Gelände eine Bauvoranfrage gestellt, die aber auch mit dem Schreiben vom 05.03.1986 durch den Regierungspräsidenten Arnsberg negativ beschieden wurde. Somit hatte der Verein es von höchster Stelle schriftlich, auf dem jetzigen Schützenplatz konnte man auf Dauer nicht bleiben.

Da der Verein aber diesmal nicht locker ließ, ging man selbst auf die Suche nach geeignetem Gelände und es begann ein unsägliches Hin und Her zwischen der Schützengesellschaft und der Stadt Hamm. Es gestand durchaus Bereitschaft Berger Grundstückbesitzer, dem Verein Grundstück zur Verfügung zu stellen, so ein Gelände von Heinrich Grundel, gelegen hinter den Grundstücken Fischer und Braukmann an der Ostdorf/Werler Straße, für das auch eine Bauvoranfrage gestellt wurde. Beide Vorhaben wurden abgelehnt. Doch dann schien endlich eine Lösung gefunden. Ein Gelände an der Fischerstraße neben bzw. hinter der Hellwegschule. Der Regierungspräsident Arnsberg signalisierte grünes Licht, jedoch die ev. Kirchengemeinde als Eigentümer hatte hier einen Kindergarten geplant und konnte von dieser Planung nicht abweichen. Somit war auch dieses Gelände gestorben.

Der Druck auf die Stadt Hamm, man schrieb mitlerweile das Jahr 1988, wurde aber immer stärker, da sich mitlerweile auch die Politik der Sorgen des Vereins annahm. So setzten sich in besonderer Weise das Schützenmitglied Manfred Hemmer MdL und die Bezirksvertretung Rhynern unter Lotti Schriek für die Belange der Schützengesellschaft ein. Und endlich schien Licht am Ende des Tunnels. Die Stadt Hamm bot der Schützengesellschaft ein Gelände am Langewanneweg an, was zur Zeit unbebaut als Lagerplatz genutzt wurde. Nach längeren Diskussionen innerhalb des Vereins, der Platz lag an der Perepherie der Gemeinde Berge zu Lohauserholz und längere Wege waren vorprogramiert, entschied sich der Vorstand im Juni 1988, das Angebot anzunehmen, da man keine Möglichkeit sah, einen Platz im Dorfzentrum realisieren zu können. Somit war vom Vorstand grünes Licht gegeben worden, und es wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Planung und Kostenaufstellung erstellt und in der Generalversammlung am 14.01.1989 konnte Vorsitzender Klaus Böning der Versammlung diese Planung vorstellen. Sie umfasste die wesentlichen Baumerkmale und die Kosten des Vorhabens. Mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde die Planung gebilligt und der Weg war frei für das neue Gelände am Langewanneweg. In der folgenden Zeit folgten die baurechtlichen Schritte, es musste u. a. der Bebauungsplan geändert werden. Endlich, am 14.08.1989 teilte der Regierungspräsident Arnsberg mit, dass alle baurechtlichen Angelegenheiten erledigt sind und am 11.10.1989 hielt der Verein die Baugenehmigung sowie den langfristigen  Pachtvertrag mit der Stadt Hamm in den Händen. Ein 20-jähriges Ringen um eine feste Heimat für die Schützengesellschaft Berge war glücklich zu Ende gegangen.

VereinsheimMit dem Bau eines Vereinsheimes und einer Avantgardenlaube vergrößerte sich der Wunsch, dieses Gelände von der Stadt zu kaufen. Als dann 1998 das Vereinsheim vergrößert werden sollte setzte man sich gleichzeitig das Ziel den Schützenplatz von der Stadt Hamm zu kaufen. Dieses Ziel konnte nach vielen Gesprächen mit der Stadt Hamm zum Ende des Jahres 1999 erreicht werden. Das Gelände am Langewanneweg, ca. 10.000 qm groß, wurde angekauft und in das Eigentum der Schützengesellschaft Berge überführt. So kann der Verein auf einen eigenen Schützenplatz mit einem eigenem Vereinsheim und einer eigenen Avantgardenlaube blicken. Die Zukunft der Schützengesellschaft Berge 1894 e. V. am Langewanneweg war somit gesichert.

Den vielen Helfern auf diesem oftmals steinigen und nicht gerade einfachen Weg, die dem Verein, sei es mit helfender oder unterstützender Hand, zur Seite gestanden haben, soll an dieser Stelle nochmals ein ausdrücklicher Dank ausgesprochen werden. Ohne diese vielschichtige Hilfe hätte das über 20 Jahre dauernde Ringen um ein eigenes Gelände nicht zu diesem positiven Ende geführt werden können

 

Avantgardenlaube Vogelstange